Welches Foto eignet sich zum Sticken?

|Sophie Mill

Die kurze Antwort: Ein scharfes Foto bei Tageslicht, dein Tier blickt in die Kamera, und der Kopf füllt den größten Teil des Bildes. Kein Blitz, kein starkes Gegenlicht. Alles andere lässt sich meist retten — ein zu kleiner, unscharfer Kopf nicht.

Warum fünf Zentimeter alles entscheiden

Die bestickte Fläche auf einer Cap ist rund fünf Zentimeter breit. Das ist die eigentliche Einschränkung, und sie erklärt fast jede Regel in diesem Text.

Auf fünf Zentimetern lassen sich Form, Fellfarbe und die auffälligen Abzeichen eines Tieres darstellen. Einzelne Haare, feine Schattierungen oder die Spiegelung im Auge nicht. Eine Stickerei ist Faden im Stoff, kein Farbauftrag — jede Linie hat eine Mindestbreite, und darunter geht nichts.

Das heißt nicht, dass Details verloren gehen. Es heißt, dass sie zusammengefasst werden. Ein guter Digitalisierer entscheidet, welche drei Merkmale dein Tier erkennbar machen, und lässt den Rest weg.

Licht: Tageslicht schlägt Blitz

Blitzlicht flacht ab. Es nimmt dem Fell die Struktur, wirft harte Schatten hinter das Tier und erzeugt oft rote oder grüne Augen. Genau die Information, aus der ein Stickmotiv entsteht, verschwindet.

Tageslicht ist besser, und indirektes Tageslicht ist am besten: ein Fenster an einem bewölkten Tag, oder draußen im Schatten. Direkte Mittagssonne erzeugt ähnlich harte Kontraste wie ein Blitz.

Bei dunklem Fell ist Licht besonders wichtig. Ein schwarzer Hund vor dunklem Hintergrund ist auf dem Foto oft eine Silhouette — und eine Silhouette lässt sich nicht sticken, weil nichts da ist, was man in Fadenfarben übersetzen könnte.

Der Winkel: Blick in die Kamera

Frontal oder leicht seitlich funktioniert am besten. Beide Augen sichtbar, Ohren im Bild, Kopf nicht abgeschnitten.

Von oben fotografiert — der häufigste Fall, weil man über dem Tier steht — wird der Kopf verzerrt und die Schnauze zu lang. Geh in die Hocke, bis du auf Augenhöhe bist. Das ist die einzelne Veränderung mit dem größten Effekt.

Was die Stickerei aus deinem Foto macht

Es hilft zu wissen, was tatsächlich passiert, nachdem du bestellt hast:

  1. Wir zeichnen aus deinem Foto ein Motiv — reduziert auf die Formen und Farben, die in Garn umsetzbar sind.
  2. Das Motiv wird digitalisiert: in Stichbefehle übersetzt, die eine Stickmaschine ausführen kann.
  3. Du bekommst das Ergebnis per E-Mail, in der Regel innerhalb von zwei Werktagen.
  4. Erst wenn du zustimmst, wird gestickt.

Zwischen Schritt drei und vier liegt der wichtigste Teil. Gefällt dir etwas nicht, sagst du es, und wir ändern es. Überarbeitungen kosten nichts, und es geht nichts in Produktion, bevor du zufrieden bist.

Ein Tier oder zwei?

Auf einer Cap funktioniert ein Tier am besten. Zwei Gesichter auf fünf Zentimetern werden beide zu klein, um erkennbar zu bleiben — man sieht zwei Tiere, aber nicht mehr deine zwei Tiere.

Auf T-Shirt oder Hoodie ist die Fläche größer und zwei Tiere sind eher machbar. Wenn du das vorhast, schreib uns vorher, dann sagen wir dir ehrlich, ob es mit deinen Fotos funktioniert.

Die häufigsten Probleme

  • Screenshot statt Original. Ein Screenshot aus einem Chat hat einen Bruchteil der Auflösung. Nimm das Originalbild aus der Galerie.
  • Starkes Gegenlicht. Das Tier vor einem hellen Fenster wird zur Silhouette.
  • Bewegungsunschärfe. Bei Welpen und jungen Katzen normal — mach lieber zehn Fotos und nimm das schärfste.
  • Zu weit weg. Der Kopf sollte einen guten Teil des Bildes füllen. Nachträgliches Heranzoomen bringt keine Details zurück, die nie aufgenommen wurden.
  • Starke Filter. Beauty- oder Farbfilter verändern die Fellfarbe. Wir sticken dann die falsche.

Wenn du unsicher bist

Schick einfach, was du hast. Wir sehen uns jedes Foto an, bevor gezeichnet wird. Wenn es nicht funktioniert, sagen wir dir das und fragen nach einem anderen — bevor irgendetwas produziert wird, nicht danach.

Das gilt auch für Fotos von Tieren, die nicht mehr da sind. In dem Fall gibt es oft nur eine Handvoll Bilder und keine Möglichkeit, neue zu machen. Schreib uns dazu, dann gehen wir besonders sorgfältig damit um und holen aus dem Vorhandenen das Bestmögliche heraus.


Häufige Fragen

Welche Dateigröße darf das Foto haben?
Bis 20 MB. Das reicht für jedes Handyfoto, auch für unkomprimierte Aufnahmen neuerer iPhones.

Kann ich mehrere Fotos schicken?
Auf der Produktseite lädst du ein Bild hoch. Hast du weitere, die helfen könnten — etwa ein besseres Profil oder ein deutlicheres Abzeichen — schick sie per E-Mail nach.

Funktioniert jede Rasse?
Ja, Hunde, Katzen und die meisten anderen Tiere. Rasse, Fellfarbe und die auffälligen Abzeichen kommen durch; sehr feine Details werden vereinfacht.

Sehe ich das Motiv vor der Produktion?
Ja, per E-Mail, in der Regel innerhalb von zwei Werktagen. Gestickt wird erst nach deiner Freigabe.

Was, wenn das Motiv meinem Tier nicht ähnlich sieht?
Dann sag es uns und wir ändern es. Überarbeitungen sind kostenlos.


Sophie Mill schreibt die eragoya-Beiträge zu Stickerei und Produktion. Alles hier beruht darauf, wie tatsächlich gearbeitet wird — was auf 5 cm Stickfläche Platz hat, was beim Digitalisieren passiert und was sich vor der Bestellung ehrlich versprechen lässt. Unsicher, ob dein Foto funktioniert? Schick es uns, bevor du bestellst.